Das Schulmaterial

Kinderfänger wollen Kinder fangen, deshalb heißen Sie Kinderfänger. Kinderfänger spielen aber kein Fangen und sie wollen nicht wirklich mit den Kindern spielen. Kinderfänger wollen schlimme Sachen von den Kindern und sie tun den Kindern manchmal auch weh.

Kinderfänger wissen, dass sie keine Kinder stehlen dürfen und sie wissen auch, dass sie Kindern nicht wehtun dürfen. Aber Kinderfänger sind böse Menschen und wollen das trotzdem.

Wenn sie von der Polizei entdeckt werden, dann werden sie ganz streng bestraft. Deswegen verstecken Kinderfänger sich vor anderen Erwachsenen und vor der Polizei.
Kinderfänger verstecken sich aber nicht nur vor den Erwachsenen. Kinderfänger verstecken sich auch vor den Kindern, damit sie das Kind fangen können!

Kinderfänger sind zwar sehr gefährlich, aber zum Glück gibt es nicht viele Kinderfänger. Deswegen musst Du natürlich trotzdem aufpassen, egal wo Du bist!
Es ist egal, ob Du auf dem Campingplatz in Lügde bist oder im feinen Hotel am Strand.
Es ist ganz egal, ob Du an der Odenwaldschule oder in einem feinen Internat bist.

Es gibt nicht viele Kinderfänger. Das stimmt.

Aber Kinderfänger können überall sein. Das stimmt auch.

Kinderfänger sind zwar sehr gefährlich, aber Du kannst Dich vor Kinderfängern schützen. Es gibt ja auch viele andere Sachen und Lebewesen, vor denen Du Dich schützen kannst. Dazu helfen die Deine Regeln!

Das Unterrichtsprogramm

Diese Fragestellung wird über (mindestens) drei reguläre Unterrichtseinheiten eingeführt und von den Kindern bearbeitet.

Je nach Stundenplanung oder Werkstattarbeit werden die Fragestellungen individuell oder kollektiv vertieft. Hierzu verfügen die Kinder über eine eigene Aufgabenstellung durch die Lehrkraft.

Der thematische Abschluss besteht aus der Wiederholung von wichtigen Aussagen und der Formulierung von Regeln.

Band / Kapitel 1: Die Gefahrenkobolde

Die Lehrkraft verfügt mit dem ersten Band „Die Gefahrenkobolde“ über einen sanften Einstieg in das Thema der Gefahren, mit dem die Kinder eine Selbstbestätigung für den Umgang mit diesen erfahren.
Hierbei wird der Schwerpunkt auf die Arbeitsformen (Sozialformen) und die Kulturtechniken in der Grund- und Vorschule gelegt.

Band / Kapitel 2: Nicolas‘ Murmelspiel

Der zweite Band „Nicolas‘ Murmelspiel“ thematisiert den Lockversuchs eines Fremdtäters und die kindliche Schwierigkeit, sich in einer solchen Situation adäquat zu verhalten. Hierbei wird statt einem strengen Verbot die Regel betont, dem eigenen Gefühl zu vertrauen, da die Kinder bereits ausreichend vor „Fremdtätern“ und „Lockversuchen“ gewarnt sind.

Band / Kapitel 3: „Was ist ein Kinderfänger?“

Der dritte Band „Was ist ein Kinderfänger?“ eröffnet erstmals das konkrete Gespräch über Kinderfänger und die damit verbundenen Fragestellungen der Kinder.
Hierbei wird weder auf Nah- noch Fremdtäter eingegangen, sondern lediglich auf das Verhalten vom Mann und vom Kind.
Zum Abschluss wird jedes Kapitel mit einer konkreten Regel formuliert.

zur Kapitelübersicht 

Der Unterrichtsaufbau

Das Programm „Wer-Wie-Was Kinderfänger.info“ ist in thematische Unterrichtseinheiten aufgegliedert, die von methodisch-didaktischen Kommentaren und einer Lehrkraftwerkstatt begleitet werden.

Durch seinen modularen Aufbau kann das LehrKraftWerk verschiedene Szenarien der schulischen Nutzung und der Elternarbeit unterstützen.
Das Programm nutzt generell den selben Aufbau, kann aber in seinen einzelnen Abschnitten individuell konfiguriert werden:

Der Modulare Aufbau mit dem Cockpit

Das Lehrmaterial ist modular für die Durchführung von Einzel- oder Doppelstunden aufgebaut und an die Sozial- und Arbeitsformen der Grundschule (z.B. Sachunterricht oder soziales Lernen) angepasst.
Eine Vertiefung oder der Transfer in andere Fächer (z.B. Kunst, Darstellendes Spiel) wird durch optionale Werkstattarbeit ermöglicht.
Für die praktische Durchführung stehen je nach Stundenplan verschiedene Möglichkeiten der Unterrichtsdurchführung zur Verfügung.

  • Vormittagsunterricht
  • Nachmittagsunterricht
  • Projektwoche

Alle spezifischen Fragestellungen werden durch eine anschauliche Bildergeschichte eingeführt, die wir Ihnen gerne Band für Band (in reduzierter Form) zur privaten Nachverfolgung des Unterrichts vorstellen. Sie erhalten somit die Möglichkeit zu einem privaten und offenen Gespräch über das Erlernte mit Ihrem Kind.

Der bildhafte Aufbau des LehrKraftWerks

Ihrem Kind werden Hausaufgaben und Ihnen selber Elternmaterial vorgeschlagen, um eine Gesprächsführung und Regelerarbeitung im Elternhaus zu unterstützen.
Die erarbeiten Regeln werden transparent mit Farben kommuniziert..

Die Unterrichtsdurchführung

Das Unterrichtsprogramm ist an verschiedenen Hamburger Grundschulen in den Klassen VSK bis 3 Klasse erarbeitet worden. Je nach Aufgaben- oder Fragestellung können einzelne Kapitel vertieft oder übersprungen werden.

Die thematische Einleitung

. . . erfolgt mit der phantasievollen Bearbeitung und Entwicklung von Schattenbildern, die den Blick auf eine andere, unsichtbare Realität des „bösen“ Erwachsenen erlauben.
Das Aussprechen und Enttabuisieren dieses ansonsten beängstigenden Themas im Sitzkreis soll die Kinder darin aufklärend unterstützen, ihre eigene Selbstsicherheit in Bezug auf solche Situationen zu entwickeln.

Die thematische Erarbeitung 

. . . und gegebenenfalls die Vertiefung erfolgt durch Variationen des Bewegungsspiel „Die Ampelfarben“. Dieses interaktive Antwort- und Fragespiel erlaubt den Kindern ein einfaches und kindgerechtes (Er-)Finden von Situationsbeschreibungen mit den richtigen Antworten. Die Fragen und Antworten werden entsprechend den Ampelfarben als erlaubt (grün) und als verboten (rot) bezeichnet, während die gelbe Farbe die kindliche Unsicherheit oder die Abhängigkeit von Personen und Orten bezeichnet. Dieses farbliche Muster ist den Kindern sehr vertraut und sie erlaubt eine einfache und spielerische Antwort auf viele Fragen.

. . . und die abschließende Regelformulierung wird von den bereits erarbeiten Regeln eingeleitet und mit der einfachen Regel „Ich lasse mich nicht fangen“ abgeschlossen.

Der thematische Abschluss 

Mit der vorgeschlagenen Kinderwerwerkstatt werden die verschiedenen Frage- und Aufgabestellungen des Regelunterrichts gezielt an das Elternhaus abgegeben, um das Gespräch und die individuelle Vertiefung zu unterstützen.

Elternmaterial

Kinderfänger wollen nicht auffallen, denn sie haben Angst davor, entdeckt zu werden. Kinderfänger wissen, dass sie keine Kinder stehlen dürfen und dass sie Kindern nicht wehtun dürfen. Dafür werden sie ganz streng von der Polizei bestraft, wenn sie entdeckt werden.

Kinderfänger haben Angst vor anderen Erwachsenen und der Polizei. Deswegen verstecken sich vor den anderen Erwachsenen.
Kinderfänger werden auch Kinderdiebe genannt, weil sie so still und leise sind wie Diebe. Ein anderes Wort für solche Menschen ist Kinderklauer. Kinderdiebe sind aber keine normalen Diebe, sondern noch schlimmere Menschen, denn normale Menschen wollen Sachen klauen, aber Kinderfänger wollen Kinder klauen. Das ist noch viel schlimmer!

Kinderfänger sind sehr gefährlich, aber zum Glück gibt es nur sehr wenige Kinderfänger. Wenn man immer und überall gut aufpasst und sich an die Regeln hält, dann kann einem nichts passieren.
Kinderfänger sind zwar sehr gefährlich, aber Kinder können sich vor Kinderfängern schützen. Es gibt ja auch viele andere Sachen und Lebewesen, die gefährlich sind, wenn man nicht aufpasst oder sich nicht an bestimmte Regeln hält.
Kinder können sich auch vor Kinderfängern schützen, wenn sie gut aufpassen und sich an die Regeln halten.

Kinderfänger wollen Sachen von den Kindern, die das Kind selber nicht will. Kinderfänger wollen Kinder zum Beispiel an Stellen berühren, an denen Kinder nicht berührt werden wollen.

Oft tun diese Berührungen gar nicht weh und der Mann tut ganz freundlich. Außerdem ist er ja auch erwachsen.
Aber es gibt gute und schlechte Berührungen, notwendige und nicht notwendige Berührungen. Darüber weißt du vielleicht schon Bescheid?

Kinder brauchen aber keine Angst vor anderen Menschen oder Berührungen zu haben. Spielen und Berührungen sind . . . eine schöne Sache, wenn sich alle an die Regeln halten.
Nicht nur die Kinder, sondern auch die Erwachsenen müssen sich an die Regeln halten. Dann ist alles in Ordnung.

Wenn sich die Erwachsenen nicht an die REGELN halten, oder Sachen tut, die das Kind nicht will, dann ist der Erwachsene schuld und nicht das Kind. Das Kind darf und soll sich dann Hilfe bei anderen Erwachsenen holen.

Konsequenzen

Die Nutzung dieser Allegorie verpflichtet die Eltern mitunter auch zu einem besseren Verhalten im Straßenverkehr.

Die Eltern sind nicht von ihrer Vorbildfunktion befreit.

Tetje

Tetje Velmede Dipl. Sozialpsychologe (.fr) Dipl. Arbeitspsychologe (.fr) staatl. anerkannter Künstler

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