Das „Wissentliche Einverständnis“

Das Wissentliche Einverständnis, was ist damit gemeint?

Das Problem der scheinbaren Einwilligung von Kindern wird arbiträr durch das dominierende Konzept des wissentlichen Einverständnisses gelöst.

Ausgehend von der Tatsache, dass bei Erwachsenen eine Straftat vorliegt, wenn sie ohne Zustimmung des anderen an ihm sexuelle Handlungen ausführen, ist die Zustimmungsfähigkeit von Kindern zu untersuchen.

Erstens befinden sich Kinder auf einem anderen Informationslevel als Erwachsene. Sie sind ihnen körperlich, psychisch, kognitiv oder sprachlich unterlegen bzw. auf einem anderen Entwicklungsstand. Aber selbst wenn Kinder die körperliche Bedeutung von Sexualität kennen sollten, heißt dies noch lange nicht, dass sie die soziale Tragweite sexueller Beziehungen erfassen können.

Zweitens sind Kinder existenziell, emotional und rechtlich von Erwachsenen abhängig, so dass ein strukturelles Machtgefälle zwischen ihnen besteht. Daraus folgt, dass jeder sexuelle Kontakt, unabhängig von der Einschätzung des Kindes, als sexualisierte Gewalt zu werten ist.
Ein weiteres Kriterium, das sehr kontrovers diskutiert wird, ist die Einbeziehung von Handlungen ohne Körperkontakt, beispielsweise Exhibitionismus, das Beobachten von Kindern beim Anziehen, während des Badens oder obszöne Anrufe.
Maßgeblich verantwortlich für den Einbezug solcher Handlungen sind die Auswirkungen, die sie verursachen. Sie werden zum Teil nicht einbezogen, weil sie für nicht traumatisch gehalten werden. Andere wiederum beziehen sie mit ein, weil zumindest ein Teil der Kinder sie als belastend erlebt.

Tetje Velmede

Tetje Velmede Dipl. Sozialpsychologe (.fr)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.