Das Vorurteil vom Fremdtäter

Das Stereotyp vom Fremdtäter

Ein weiterer Mythos, der sich bis heute hält – vermutlich aufgrund der reißerischen Berichterstattung solcher Einzelfälle – ist der vom Täter als dem Kind unbekannte Person.
Eigentlich klar, denn über fremde Leute lässt sich besser miteinander schlecht reden, als über bekannte.

BekanntschaftsgradMädchenJungen
Fremder25%35%
Bekannter45%50%
Verwandter30%15%

Personen aus dem Bekanntenkreis der Kinder machen den höchsten Anteil an Tätern aus.
Hinsichtlich der beiden anderen Tätergruppen weisen die Ergebnisse deutliche Unterschiede im Hinblick auf das Geschlecht des Opfers auf.
Der Prozentsatz der Täter, die aus der Familie stammen, ist bei Mädchen doppelt so hoch wie bei Jungen.
Jungs sind hingegen häufiger Übergriffen von fremden Tätern ausgesetzt.
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Besonders auffällig an allen sechs Studien ist der hohe prozentuale Anteil an Onkeln als Täter.
Der Anteil an Vätern und Stiefvätern bewegt sich zwischen 20 und 32 Prozent.
Einen ebenfalls erheblichen Anteil haben zudem Brüder, Cousins und Großväter.
Mütter dagegen tauchen entweder gar nicht oder mit maximal zwei Prozent auf.

Der hohe Anteil an Verwandten und Bekannten als Täter ist nicht mit den Vorstellungen eines krankhaften, geistig gestörten Triebtäters in Übereinstimmung zu bringen, da eine starke psychische Störung bei derart vielen Männern schier unmöglich ist, oder zu sein scheint.

Tetje Velmede

Tetje Velmede Dipl. Sozialpsychologe (.fr)

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