Inhaltsverzeichnis

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Band / Kapitel 1: Die Gefahrenkobolde

Die „Gefahrenkobolde“ dienen der sanften Einführung in das Thema möglicher Gefahren und der Hinführung zu praktischen Regeln.
Der Umgang mit verschiedenen Gefahren ist für die Kinder bereits vielfach erprobt und die Einhaltung von Regeln größtenteils vertieft. Kinder haben vor vielen Gefahren Angst und bewältigen diese anhand von Verhaltensregeln wie „Ich darf / Ich darf nicht“.
Die zugrunde liegende Verinnerlichung von „alten“ Regeln wird gezielt genutzt, um den Kindern eine gewisse Handlungskompetenz zuzusprechen.

Die Kinder erarbeiten im Gesprächskreis und anhand verschiedener Aufgabenstellungen ihre Handlungskompetenz gegenüber verschiedenen Gefahren, die durch die Gefahrenkobolde „personifiziert“ sind.
Die Kinder erwerben auf diese Art nicht nur das notwendige Selbstvertrauen, sondern erproben bereits gezielt den Umgang mit und die Bewältigung von Gefahren.
Dieser sanfte Einstieg vermeidet das Verschrecken und die unnötige Beängstigung der Kinder und Eltern, wenn mit dem Lügenkobold und dem Albtraumkobold ein inhaltlicher Übergang zum Kinderfänger geschaffen wird.

Die Lehrkraft legt den Schwerpunkt auf die Arbeitsformen (Sozialformen) und die Kulturtechniken der Grund- und Vorschule.


Band / Kapitel 2: Nicolas‘ Murmelspiel

Der Band „Nicolas‘ Murmelspiel“ thematisiert den Lockversuchs eines Fremdtäters und die kindliche Schwierigkeit, sich in einer solchen Situation adäquat zu verhalten.
Hierbei wird statt einem strengen Verbot die Regel betont, dem eigenen Gefühl zu vertrauen, da die Kinder bereits durch die Eltern ausreichend vor „Fremdtätern“ und „Lockversuchen“ gewarnt sind.

Eine wahre Geschichte

„Der Mann hat mich aufgefordert, ihm zu folgen und machte mir das Versprechen von Geschenken oder Süßigkeiten.
Ich werde immer die Angst in Erinnerung behalten, aber auch die Anziehung, die dieser Mann auf meinen noch nicht gut entwickelten Willen hatte.

Nicolas, heute

Die Vögel wissen aus Instinkt, dass Katzen für sie Feinde sind. Wie kann man sich aber diese Lähmung und das Erstarren des Vogels vor der Katze anders erklären als durch das Ungleichgewicht zwischen der Willenskraft des Einen und der Macht des Anderen.
Wie der Vogel, der sicherlich fliehen will, aber es nicht schafft, so habe ich vor diesem Mann Angst gehabt.
Aber wie sollte ich es schaffen, ihm „Nein“ zu sagen?

Durch einen glücklichen Zufall kamen genau in diesem Moment meine Freunde zu mir.
Der Mann hörte auf zu reden und ging davon.“


Band / Kapitel 3: Was ist ein Kinderfänger ?

Der Band „Was ist ein Kinderfänger?“ eröffnet erstmals das konkrete Gespräch über Kinderfänger und die damit verbundenen Fragestellungen der Kinder.
Hierbei wird noch keine Unterscheidung zwischen Nah- und Fremdtäter vorgenommen, sondern primär auf die konkreten Fragen und Antworten der Kinder.
Der Kinderfänger ist selbstverständlich ein fremder Mann für fast alle Kinder.

Der gefürchtete Kinderfänger oder Kinderdieb unterwegs mit dem „schwarzen Auto“ oder SUV wird hier sicherlich sehr schnell von den Kindern angesprochen. Darüber haben die Kinder schon mit den Eltern gesprochen.
Andere Berichte vom Campingplatz Lüge oder anderen publizierten Tatorten (Odenwaldschule, etc.) sind den Kindern oft nicht mehr bekannt. Den nahen sozialen Hintergrund den Kindern als Faktor zu erklären ist keine einfache Sache.

Die thematische Einführung zum Kinderfänger

Die thematische Einleitung zum Kinderfänger per se erfolgt mit der phantasievollen Bearbeitung und Entwicklung von „Schattenbildern„, die den Blick auf eine andere, unsichtbare Realität des „bösen“ Erwachsenen erlauben.

Das direkte Aussprechen und Enttabuisieren des Gesprächs über dieses ansonsten beängstigende Thema im Sitzkreis soll die Kinder darin aufklärend unterstützen und bestärken, ihre eigene Selbstsicherheit in Bezug auf solche Situationen zu entwickeln.



Die thematische Erarbeitung des Kinderfängers

Die thematische Erarbeitung und gegebenenfalls die Vertiefung erfolgt durch Variationen des Bewegungsspiel „Die Ampelfarben„.

Das interaktive Antwort- und Fragespiel „Die Ampelfarben“ erlaubt den Kindern ein einfaches und kindgerechtes (Er-)Finden von Situationsbeschreibungen mit den richtigen Antworten. Die Fragen und Antworten werden entsprechend den Ampelfarben als erlaubt (grün) und als verboten (rot) bezeichnet, während die gelbe Farbe die kindliche Unsicherheit oder die Abhängigkeit von Personen und Orten bezeichnet. Dieses farbliche Muster ist den Kindern sehr vertraut und sie erlaubt eine einfache und spielerische Antwort auf viele Fragen.



Der thematische Abschluss

Der thematische Abschluss und die abschließende Regelformulierung wird von den bereits erarbeiten Regeln eingeleitet und mit der möglichst einfachen RegelIch lasse mich nicht fangen“ abgeschlossen.


Kinderwerkstatt & Elternmaterial

Mit der vorgeschlagenen Kinderwerwerkstatt werden die verschiedenen Frage- und Aufgabestellungen des Regelunterrichts gezielt an das Elternhaus abgegeben, um das Gespräch und die individuelle Vertiefung zu unterstützen.


Kinderfänger: Dieb oder Räuber?

Die Kinder lernen mit der interaktiven Geschichte von Ali-Baba zwischen Diebstahl und Raub zu unterscheiden.

Hierbei bietet die Bilderwerkstatt eine gute und oftmals vernachlässigte Möglichkeit, das Ende der Geschichte neu zu erzählen. Die Kinder kommen von alleine auf die Idee, dass Ali Baba den Schatz an die Polizei und somit an die wahren Eigentümer zurück gibt.

Kennst Du den Unterschied zwischen Dieben und Räubern?

Diebe benutzen keine Waffen und bestehlen die Leute ganz heimlich, ohne dass das jemand mitbekommt. Weder das Opfer, noch andere Leute, bekommen das rechtzeitig mit. Manche Diebe klauen z.B. ganz heimlich und unbemerkt das Portemonnaie aus der Jackentasche. Andere Diebe klauen z.B. Autos in der Nacht oder brechen in Häuser ein. Deswegen ist es so schwer, sich gegen Diebe zu verteidigen, weil es keiner mitbekommt.
Der beste Schutz vor Dieben ist, dass Du immer gut aufpasst und Deine Sachen im Auge behältst.

Räuber machen das ganz anders. Räuber überfallen Leute und bedrohen sie mit Gewalt und mit Waffen. Dass rauben sie das arme Opfer aus. Sie drohen z.B. mit Gewalt und verlangen die Sachen, die sie rauben wollen. Sie machen Dir Angst.
Räuber können nur dort rauben, wo keine anderen Leute außer dem Opfer sind. Sie überfallen ihre Opfer z.B. an dunklen Orten. Der beste Schutz vor Räubern ist, dass Du immer an hellen Orten bleibst und nicht alleine durch dunkle oder leere Straßen gehst. Das ist die wichtigste Regel, um Dich vor Räubern zu schützen.


Kinderfänger

Kinderfänger geben sich, wie alle anderen Diebe, ganz viel Mühe, ganz und gar nicht aufzufallen. Deswegen sind Kinderfänger so still und leise und tun so unschuldig. Denn wenn sie wie ein Räuber laut rufen würden „Hände hoch“ oder gar mit einer Waffe rumfuchteln würden, dann würden sie ja entdeckt werden.
Kinderfänger sind Kinderdiebe.


Band / Kapitel 4: Womit locken Kinderfänger?

Der Band „Womit locken Kinderfänger? schlägt mit dem Zeigefinger verschiedene Sichtweisen auf das Geschenk und auf die lockende Person selbst vor.

Kinderfänger locken mit zwei Sachen:

Sie locken nicht nur mit Geschenken, sondern auch mit einem freundlichen Gesicht.
Kinderfänger sind keine lauten, unfreundlichen Räuber, sondern stille und heimliche Diebe.

Schwerpunkt dieser Lehreinheit ist das notwendige Verständnis, zwischen einem freundlichen Gesicht und einem trotzdem unfreundlichem Verhalten zu unterscheiden. Dies ist für viele Kinder nicht einfach nachvollziehbar, so wie viele Kinder Schwierigkeiten haben, Ironie als solche zu verstehen.

Kinderfänger locken mit den unterschiedlichsten Sachen und Versprechungen und versuchen so, das Kind von seinem Weg wegzulocken. Daher kommt auch der norddeutsche Begriff „Mitschnacker„, denn Kinderfänger versuchen, durch Reden (norddeutsch „schnacken“) das Vertrauen der Kinder zu gewinnen und es selbstmotiviert mitzunehmen.

Kinderfänger tun freundlich und „erschleichen“ sich das Vertrauen der Kinder. Dazu gehen sie nicht direkt auf das Kind zu und stellen nur diese eine Frage: „Kommst du mit, ich habe etwas Tolles für dich?“
Kinderfänger umgarnen das Kind oft mit netten Worten, bis das Kind von den Worten ganz gefangen ist. Kinderfänger locken das Kind nicht nur mit Geschenken, sondern auch mit einem freundlichen Gesicht!


Band / Kapitel 5: Der nette Nachbar

und was sich (nicht) gehört

Mit dem „netten Nachbarn“ wird aufgrund einer für die Kinder oftmals typischen Situation eine erste Auseinandersetzung mit dem richtigen Umgang im sozialen Nahfeld thematisiert.

Der Lebensweltbezug des Kindes

Die Beschreibung eines „normalen“ Nachbarschaftsverhaltens kann aufgrund der persönlichen und sozialen Individualität nicht inhaltlich vorgegeben und mit Bildern präsentiert werden.
Die thematischen Fragen persönlichen Fragen der Kinde, sowie die inhaltlich individuellen Antworten durch die Eltern werden durch Bilder animiert und unterstützt.

Etwaige Absichtsunterstellungen

Dabei wird notwendigerweise (?) nicht über versteckte Absichten gesprochen, oder vor bestimmten Leuten gewarnt, um die Kinder nicht zu verschrecken.
Das ist auch sicherlich nicht notwendig, denn man findet Kinderfänger nicht an jeder Straßenecke. Man findet sie buchstäblich in jedem Stadtteil, aber eben nicht in jeder Straße.
Es geht also um ein rein „normales“ Nachbarschaftsverhalten.

Der Fremdtäter ist immer Nahtäter

Insbesondere wird mit den typischen Warnungen oftmals nur die Angst vor dem Fremdtäter verstärkt, während die eigentliche Gefahrenquelle des Nahtäters verharmlost wird. Es wird bei dieser Geschichte lediglich betont, dass sich die Kinder und die Erwachsenen immer an bestimmte Regeln halten sollen. Dies in konsequenter Art und Weise, unabhängig davon, wie nah oder fern die sozialen Partner dem Kinde stehen.

Ein freundlicher Gruß

Die Kinder verstehen ganz schnell, dass mit „Alle halten sich an diese Regel“ ein ganz einfaches Prinzip „ohne wenn und aber“ ausgesprochen wird.
Dass sich aber auch viele Erwachsene daran halten wird mit den Ampelfarben auch ganz schnell verdeutlicht.

Ein freundliches „Nein danke!“

Die Kinder haben bereits gelernt, dass sich aus einem freundlichen Gesicht nicht zwangsläufig auch freundliches Verhalten ableiten lässt. Nun wird die Regel des „Immer Bescheid Sagens“ erarbeitet und formuliert.
Eine belohnende und kommunizierende Arbeit mit dem Kind sollte hoffentlich nicht ausbleiben.
Die notwendige Einschränkung des „hinterher Bescheid“ Sagens, bezieht sich auf den normalen kindlichen Kontext und die notwendige Übung des kontrolliert Ja oder Nein Sagens.