Kinderfänger: Dieb oder Räuber ???

Die Kinder werden durch die normenverdeutlichende Geschichte von Ali-Baba in die Problematik des „freundlichen Gesichtes“ eingeführt und lernen, zwischen Diebstahl und Raub zu unterscheiden.

Die Kinder lernen nicht nur zwischen „Gesicht„, „Worten“ und „Verhalten“ zu unterscheiden. Das mit dem „Verhalten“ ist das Schwierige dabei für die Kinder. Das ist so wie mit Ironie.

LehrKraftWerk: Kinderdieb oder Kinderräuber

Kennst Du den Unterschied zwischen Dieben und Räubern?

Diebe benutzen keine Waffen und bestehlen die Leute ganz heimlich, ohne dass das jemand mitbekommt. Weder das Opfer, noch andere Leute, bekommen das rechtzeitig mit. Manche Diebe klauen z.B. ganz heimlich und unbemerkt das Portemonnaie aus der Jackentasche. Andere Diebe klauen z.B. Autos in der Nacht oder brechen in Häuser ein. Deswegen ist es so schwer, sich gegen Diebe zu verteidigen, weil es keiner mitbekommt.
Der beste Schutz vor Dieben ist, dass Du immer gut aufpasst und Deine Sachen im Auge behältst.

Räuber machen das ganz anders. Räuber überfallen Leute und rauben sie aus. Sie drohen z.B. mit Gewalt und verlangen die Sachen, die sie rauben wollen. Sie machen Dir Angst.
Räuber können nur dort rauben, wo keine anderen Leute außer dem Opfer sind. Sie überfallen ihre Opfer z.B. an dunklen Orten. Der beste Schutz vor Räubern ist, dass Du immer an hellen Orten bleibst und nicht alleine durch dunkle oder leere Straßen gehst. Das ist die wichtigste Regel, um Dich vor Räubern zu schützen.

Kinderfänger sind wie Kinderdiebe

Kinderfänger geben sich, wie alle anderen Diebe, ganz viel Mühe, ganz und gar nicht aufzufallen. Deswegen sind Kinderfänger so still und leise . Ein Kinderdieb tut unschuldig. Denn wenn er wie ein Räuber laut rufen würde „Hände hoch“, dann würde er ja entdeckt werden.

Kinderfänger wollen heimlich bleiben

Kinderfänger sind so still und heimlich, weil sie große Angst davor haben, von anderen Erwachsenen entdeckt zu werden. Sie haben Angst, dass ihr böses Geheimnis entdeckt wird. Deswegen tun Kinderfänger ganz freundlich und unschuldig. Weil sie so heimlich und leise sind, nennt man sie auch Kinderdiebe oder Kinderklauer

Kann ich das überhaupt?

Kinderfänger sind böse Menschen und wollen Kinder stehlen. Das lassen Kinderfänger sich natürlich nicht ansehen, denn dann würde man sie ja sofort erkennen. Deshalb tun Kinderfänger so, als wären sie ganz freundliche und normale Menschen. Das tun sie manchmal richtig lange, bevor sie versuchen, ein Kind zu fangen.

Kinderfänger verstecken sich hinter einem freundlichen Gesicht und tun ganz normal. Man kann bei einem Kinderfänger von außen nicht erkennen, dass er böse ist. Man kann ja nicht in ihn hineinsehen. Deswegen setzen Kinderfänger meistens ein freundliches Gesicht auf, so wie eine Maske, hinter der sie sich verstecken.

Auch die Polizei sagt:
„Um nicht erkannt zu werden ziehen sich Kinderfänger ganz normal an. Sie tragen keine schwarzen Klamotten und sie fahren ganz normale Autos. Wie andere Verbrecher kann man ihnen nicht ansehen, dass sie sehr böse sind.“

Man kann Kinderfänger also nicht an ihrem Aussehen erkennen, aber man kann Kinderfänger an ihrem Verhalten erkennen. Man kann Kinderfänger daran erkennen, was sie sagen und was sie tun.

Kinderfänger versuchen Kinder mit irgendwelchen Geschenken oder auch mit irgendwelchen Geschichten zu locken. Sie bieten Kindern Geschenke an oder lassen sich eine Geschichte einfallen, um Kinder von ihrem Weg abzubringen.

Kinderdiebe haben viel Fantasie und lassen sich alle möglichen Sachen einfallen. Kinderdiebe versuchen, Kinder von ihrem Weg zu locken und dahin zu bringen, wo er (oder sie) mit dem Kind alleine ist. Es gibt keine festen Regeln, was die Kinderfänger den Kindern sagen oder anbieten und Kinderfänger lassen sich immer wieder etwas Neues einfallen.

Kinderfänger sind nicht immer fremde Menschen. Manchmal kennt das Kind den Kinderfänger schon lange, aber hat sich von der freundlichen Maske täuschen lassen. Dann ist es sehr schwierig zu glauben, dass der Erwachsene in Wirklichkeit böse ist. Das macht es so schwer, Kinderfänger zu erkennen.

Kinderfänger sind sehr lange lieb, bis sie dann irgendwann böse werden. Sie warten darauf, dass das Kind ihnen vertraut, weil sie ja schon so lange freundlich sind. Erst wenn das Kind dann denkt, dass alles in Ordnung ist und seine Regeln vergisst, dann versucht der Kinderfänger das Kind zu fangen.

Das ist wie mit Hunden, die immer sehr lieb waren und plötzlich anfangen zu beißen. Bei anderen Hunden weiß man nicht, ob sie bissig sind oder nicht. Deswegen steckt man Hunden niemals die Hand in den Mund. Man ist immer vorsichtig, egal ob man den Hund kennt oder nicht.
Mit Kinderfängern ist das genauso. Es gibt sehr wenig Kinderfänger, so wie die meisten Hunde brave Hunde sind.

Natürlich ist nicht jeder Erwachsene, der mit Kindern spricht oder nett zu Kindern ist, ein Kinderfänger. Ganz im Gegenteil: Die meisten Erwachsenen sind wirklich nett und freundlich.

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